Richtig Lüften

 

Die Älteren werden sich noch erinnern:

Früher hatten Fensterbretter eine Rinne, in der sich das von den einfachverglasten Fenstern ablaufende Tauwasser sammelte, das man von Zeit zu Zeit aufwischen musste. Im Winter setzte sich die Feuchtigkeit an den kalten Scheiben nieder und bildeten die schönsten Eisblumen. Diese Art der Abfuhr von Wohnraumfeuchte fällt heute weg, alles muss hinaus gelüftet werden. Auch eine gewisse Grundlüftung infolge undichter Fenster gibt es praktisch nicht mehr. Durch diese geänderten Gegebenheiten hängen die Feuchteverhältnisse in der Wohnung heute entscheidend vom Heizen und Lüften ab.

 

Faustregel

2-3-mal täglich Stoßlüften

    

10°C - 15°C     10-15 Minuten lüften

      

5°C - 10°C     5-10 Minuten lüften

     

Frost 2-3 Minuten lüften

                                                   

 

Achten Sie auch auf die Luftfeuchte und Temperaturverhältnisse in Ihren Wohnräumen. Sind Außenwände kälter als der ermittelte Taupunkt, wird hier Schimmel entstehen.




Richtig lüften im Schlafzimmer

Es ist unter Energiespargesichtspunkten und besserem Schlafverhalten vernünftig, Schlafzimmer weniger zu beheizen, d. h. die Heizung in der Regel auszulassen.
Niedrige Raumlufttemperaturen bedeuten aber auch niedrige Oberflächentemperaturen der Außenwände. Besonders ungünstig wirkt sich deshalb die weit verbreitete Unsitte aus, in der kalten Jahreszeit die Tür zu den Wohnräumen zu öffnen, um das Schlaf-Zimmer etwas zu "temperieren".

Dabei strömen große Luftfeuchtemengen ein, die von der kühleren Schlafzimmerluft nicht aufgenommen werden können, sondern an den Außenwänden kondensieren. Auch in diesem Fall ist die Wärmedämmung der kalten Flächen die beste und sicherste Lösung.
Wer nachts bei geschlossenem Fenster schläft, muss außerdem Folgendes beachten: Pro Nacht geben zwei Personen allein durch Atem ca. 500 g Feuchtigkeit ab. Der größte Teil dieses Wassers bleibt nicht in der Luft, sondern wird durch saugfähige Oberflächen (Textilien, Holz, Tapeten) im Raum absorbiert.

Diese so genannten "Sorptionsprozesse" haben allerdings einen Haken: Sie verlaufen so langsam, dass eine einfache morgendliche Stoßlüftung nicht ausreicht, um den Feuchtigkeitspuffer wieder zu entladen. Eine Abhilfe hierfür ist eine mehrmalige Stoßlüftung.

 

Richtig lüften im Badezimmer

In Bädern entstehen, besonders bei häufigem Duschen, die größten Feuchtigkeitsbelastungen in der ganzen Wohnung. Da Bäder in der Regel jedoch gut geheizt werden, ist die Gefahr der Kondensation an kalten Oberflächen meist wesentlich geringer als z. B. in Schlafzimmern.

Faustregel:
Wenn ständiges Beschlagen der Innenseite der Fensterscheibe im Bad vermieden wird, dann ist auch im Bereich von Wärmebrücken kaum mit einer dauerhaften Taupunktunterschreitung zu rechnen. Wesentlich kritischer ist allerdings die Feuchtabsorption in porösen Oberflächen (Putz, Holz, Handtücher) zu bewerten.
Dies gilt besonders dann, wenn die relative Luftfeuchtigkeit über längere Zeit auf 80 % und mehr ansteigt. Da hilft nur eines: Sofort nach dem Duschen oder Baden Stoßlüften, damit der Feuchtigkeit möglichst wenig Zeit bleibt, um tief in die Materialien einzudringen. Denn: Je länger die Eindringzeit, desto länger dauert es auch, bis das aufgenommene Wasser wieder verdunstet. Die Zeit, in der Luftfeuchtigkeit zum Einwirken gelassen wird, entspricht in etwa auch der anschließend notwenigen Lüftungsdauer.
Dauerlüftung dagegen führt zu unnötig starker Auskühlung des Raums und kann so die Gefahr der Tauwasserbildung erhöhen.

 

Richtig lüften in nicht geheizten Kellerräumen

Für die winterliche Kellerbelüftung gelten im Prinzip die gleichen Regeln wie für Wohnräume: Je kälter es draußen ist, desto besser wirkt die Entfeuchtung durch Lüftung.
Die kritische Zeit beginnt für die Kellerbelüftung im späteren Frühjahr, dann, wenn in den Kellerwänden noch die Winterkälte steckt, draußen aber schon recht warmes Wetter mit entsprechend hoher absoluter Luftfeuchtigkeit herrscht.
Dann setzt sich die Feuchtigkeit an den Kellerwänden ab. Im Sommer gilt für Keller, aber auch andere kühle Nebenräume (z. B. Speisekammern): Am besten nur nachts lüften, dann ist die Außenluftfeuchte am geringsten.

Lohnt es sich, bei Regen zu lüften?

Im Winter fast immer.
Raumluft hat z. B. bei 20 °C und 60 % rel. Luftfeuchte einen absoluten Wasserdampfgehalt von 10,2 g/m³. Bei einer Temperatur von weniger als +12 °C ist auch "gesättigte" Außenluft (100 % rel. Luftfeuchte) absolut trockener als die Raumluft im Beispiel.
Zwar wäre der Wassergehalt in der Außenluft eigentlich noch höher, wenn man die Regentropfen mitzählen würde, aber solange es beim Lüften nicht hereinregnet, ist dies für den Dampfaustausch unerheblich.

Ist "Schlafen bei offenem Fenster"Energieverschwendung?

Nein, wenn... man auch "baupsychologische" Probleme ernst nimmt, dann sollte kein Energieberater jenem Drittel der Bevölkerung, das für einen ruhigen Nachtschlaf ein zumindest leicht geöffnetes Fenster braucht, dies ausreden wollen.
Die mit dieser Dauerlüftung unbestrittenen erhöhten Wärmeverluste lassen sich in Grenzen halten, wenn Folgendes beachtet wird: Es sollte Dauerzug vermieden werden, d. h. die Schlafzimmertür muss geschlossen bleiben und am besten mit einer Fugendichtung versehen werden.
In der Heizperiode ist auch bei Windstille maximal ein gekipptes Fenster nötig, um den Gehalt des "Leitschadstoffs" für schlechte Luft, das Kohlendioxid, unter der altbewährten "Pettenkofer-Grenze" zu halten.
Je kälter es draußen wird, desto kleiner braucht die Fensteröffnung zu sein, um den gleichen Effekt zu erzielen (zunehmende Thermik). In Haushaltsgeschäften gibt es für ein paar Euro Feststeller, mit denen sich der Kippgrad des Flügels stufenlos einstellen lässt!

 

Rollläden runter oder rauf

Um Energie zu sparen sollte im Winter die Rollläden über Nacht unbedingt heruntergelassen werden, dadurch ergibt sich ein zusätzlicher puffer und verringert den Wärmeverlust. Wobei im Sommer die Benutzung  hauptsächlich Tagsüber wichtig ist, da im Hochsommer die Sonneneinstrahlung auf der Südseite oft zu hoch ist, und die Wohnräume dadurch extrem aufgeheizt werden.

 

Dauerlüften

Ein großer Fehler ist auch die Dauerlüftung der ungeheizten Wohnräume, da sie durch benachbarte Räume aufgeheizt werden, und so leicht temperiert sind, entsteht durch die ausströmende Warmluft, Kondenswasser und Schimmel über dem meist gekippten Fenster.

 

 

 

Falls Sie eine kontrollierte Wohnraumbelüftung mit Wärmerückgewinnung besitzen hat sich das alles für Sie erledigt!